auf dem Erfweilerer Schandarie - weil der Gipfel wackelt ist er heute gesperrt |
In der Folgzeit praegten vor allem die Brueder Mann aus Ludwigshafen (1922 Erstbesteigung des Honigfelsens) und die Brueder Matheis (Erstbegehung
der Adelsnadel 1921 (1914 durch Seilueberwurf bereits erstmals betreten), des Teufelstisches 1923 und der Altschlossfelsen 1924). Damit waren die gesamten
freistehenden Felstuerme des Wasgaus klettertechnisch erschlossen. Wenig davor, 1919, hatte sich die auch heute in der Suedpfalz noch fuehrende Kletterverbindung, die "Vereinigung der pfaelzer Kletterer e.V." (PK) gegruendet, die sich fortan auch um die Abseilringe und Gipfelbuecher auf allen Felsen kuemmerte. Im Bereich der bis heute kunstvoll Gestalteten Gipfelbuecher - die PK betreut ??? Stueck - hat sich in den Anfangsjahren besonders Theo Mann (s.o.) hervorgetan. Bis zum 2. Weltkrieg entwickelte sich das Klettern kontinuierlich weiter, wobei nun auch neben den Normalwegen immer mehr neue Routen entstanden. Eine Neuentwicklung setzte mit der Erstdurchsteigung der Klosterwand ein, wo erstmals eine groessere Anzahl von Haken verwendet wurde und ausserdem die Erschliessung der bisher nicht bekletterten Massive begann. Bekannte Namen dieser Zeit waren: Richard Scheerer und Heinrich Kauther, Jakob Pres, spaeter Rudi Schreiber, Fred Frey, Emil und Erwin Gessner. Nach dem Krieg ermoeglichte der verstaerkte Gebrauch technischer Hilfsmittel, wie z.B. Trittschlingen, zur Ueberwindung einzelner Stellen, neue Schwierigkeiten. An erster Stelle sind in dieser Zeit Hans Laub und Fred Frey mit insgesamt um die 500 Erstbegehungen zu nennen. Weitere hervorragende Namen, vor allem der 60er, und bis heute bekannte Kletterer sind Robert Breitsch, Rolf Ernst, Walter Erhardt und Karl Muehe, Udo Daigger, Die Brueder Hasselwander, sowie Franz Schwarzmueller. Ein gravierender Umbruch fand in den 70ern statt: Bis dahin hatten die strengen Kletterregeln grundsaetzlich die reine Erschliessung von unten verlangt, ohne den Routenverlauf vorher durch Abseilen zu untersuchen. Um jetzt die Entwicklung des Sportkletterns, das vom technischen zum freien Klettern fuehrte, zu ermoeglichen mussten diese Regeln geaendert werden: Es sollte kuenftig moeglich sein, Touren vorher durch Abseilen von oben zu studieren und dabei auch die Ringe zu zementieren. Natuerlich stellten diese Neuerungen auch ein Plus an Sicherheit dar. Dadurch konnte die neue Generation von Sportkletterern, zu der z.B. Thomas Noeltner, Richard Muehe, Dieter Klan, Wolfgang Kraus und Wolfgang Guellich zu zaehlen sind, eine enorme Leistungssteigerung erreichen, so dass die bis dahin bei VI+ endende Schwierigkeitsskala nach oben offen wurde. |
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Die heutigen Probleme der Kletterei liegen - neben den Streit um Magnesiaverwendung - vielmehr im Bereich des Umweltschutzes und der damit verbundenen Felssperrungen in vielen deutschen Klettergaerten, die mittlerweile
solche Mengen von Kletterern in die Pfalz fuehren, dass man im Hochsommer an manchem Felsen fast anstehen muss. Natuerlich fuehrt dies gerade an diesen beliebten und weithin bekannten Kletterzielen, wie z.B.
dem Hochstein auch zu Schaeden und schweren Belastungen der Vegetation im Felsumfeld. Um in der Pfalz auch weiterhin ganzjaehrigen Felssperrungen zu entgehen, gibt es
fuer die Kletterszene wohl keine andere Moeglichkeit als die Selbstbeschraenkung und Ruecksichtnahme auf die Natur, die so fest zum Klettersport gehoert, wie das Seil oder das
Vertrauen zum Seilpartner (oder der Seilpartnerin). Ich glaube nicht, dass es auf Dauer erstrebenswert ist, nur noch in der Halle zu klettern. Erwaehnen sollte man hier auch die Verdienste
der PK, die in Zusammenarbeit mit Kletterern, Naturschutzverbaenden und den Behoerden bisher einen konstruktiven Dialog aufrechterhalten konnte, der dem Staat Felssperrungen bisher
verzichtbar erscheinen liess. Waere diese Zusammenarbeit nicht auch eine Moeglichkeit fuer andere Regionen, um ohne staatlich verordnete Radikalsperrungen die Kletterer besser und insgesamt naturvertraeglicher ueber das Land zu verteilen ... ? |
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