Wappen

Lug in der Pfalz

950 Jahre Lug
1046 - 1996

Auf einen Blick: Karte der Südpfalz



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Die Luger Ortschronik - nur noch wenige Exemplare vorrätig!


Chronik
   

Der Gemeinde Lug
von
Günther Steigner







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Lug - Ein Ortsportrait
Ein Film von Oliver Wittkowski






Lug? - Lug ist ein Dorf im Südwesten Deutschlands, im sogenannten Wasgau, dem südlichsten Teil des Pfälzerwaldes. Zur französischen Grenze sind es gerade einmal 25 Kilometer, weshalb man hier zu Frankreich und besonders zum Elsass eine ganz besondere Beziehung hat - man geht ganz selbstverständlich und ungezwungen miteinander um.
Die Geschichte unserer kleinen Gemeinde reicht bereits über 950 Jahre in die Vergangenheit, so dass wir 1996 dieses Jubiläum mit einem grossen Fest und einer historischen Ausstellung feiern konnten. Zur offiziellen Festveranstaltung hielt der Politiker (und Kletterer) Heiner Geissler nicht nur die Ansprache, nein er fuhr auch selbst im Diensttrabi des Bürgermeisters von seinem Wohnort nach Lug. Der Trabi ist ein Geschenk unserer Partnergemeinde Lug in der Niederlausitz (Spreewald).

Politisch gehört Lug zum rheinland-pfälzischen Regierungsbezirk Rheinhessen-Pfalz und ist Teil des Landkreises Südwestpfalz (vormals Pirmasens), an dessen östlichster Grenze es liegt. Ausserdem bildet Lug zusammen mit sieben anderen Gemeinden die Verbandsgemeinde Hauenstein. Annweiler am Trifels liegt in direkter Nachbarschaft zu unserem Ort und die nächstgrössere Stadt ist, neben Pirmasens, Landau.

... inmitten der Natur
Mit seinen 630 Einwohnern ist Lug nicht die große Welt, aber es hat doch seinen Charme und seine Stärken. Eine dieser Stärken ist sicher die tolle Lage mitten in der Natur. Der ca. 200m hoch in einer ausgedehnten Waldlandschaft mit bis zu 450m hohen Bergen liegende Ort, befindet sich in einer Senke, in der verschiedene Täler zusammentreffen. Über die Namensgebung dieses Fleckens erzählt man sich, dass der Teufel mit dem lieben Gott auf dem Friedrichsfels sass und, als er diesem den schönen Ort zeigen wollte, um ihn durch das Geschenk unterwürfig zu machen, sprach der Teufel: "Lug mal da hinunter". Allerdings kann das auch nicht ganz stimmen, da der Teufel kein Luger ist ...
Auf den viele Kilometer langen Wanderwegen und Pfaden kann man noch Stellen finden, an denen man keine Siedlung und kaum ein Zeichen der Zivilisation sieht.



Kletterfelsen um Lug
Allerdings ist es schon schwierig, von irgendwo aus keine Felsen zu sehen. Die Umgebung Lugs - der Wasgau - ist mit seinen bizarren und vielfältigen Felsformationen eben nicht nur ein Paradies für Wanderer, sondern ebenso ein Eldorado für Kletterer bis hoch zum 10. Schwierigkeitsgrad. Zu den bekanntesten Sandsteinfelsen und den Klassikern in der Pfalz, um Lug gehören die Luger Geiersteine und der Luger Friedrichsfels.

Friedrichsfels Der Friedrichsfels liegt direkt nordwestlich über dem Ort und wurde 1911 erstmals durch ein Gruppe von Ludwigshafener Kletterern bestiegen. Benannt hat man den Felsen dann nach dem Vorsteiger der Erstbegehung: Friedrich (genannt Fritz) Mann. Die Südwand mit der bekannten Talkante ist mit ca. 58m eine der höchsten Wände der Pfalz. Besonders berühmt ist der Friedrichsfels aber für seine Abseilstelle, bei der man völlig frei in der Luft hängt, weshalb ihn durch zahlreiche Fotos auch Nicht-Kletterer kennen.
Die Luger Geiersteine liegen südöstlich Lugs am Heischberg und bestehen aus dem langgestreckten Massiv mit "Geierschnabel" und "Absatz", die mit einer Wandhöhe von ca. 45m die längsten Touren an der Felsgruppe bieten, und dem Vorgelagerten "Geierturm". Der Anblick des "Schnabels" lässt an der Namensherkunft keinen Zweifel. 1905 bzw. 1909 wurden die beiden Hauptgipfel, auf denen sich auch jeweils ein Gipfelbuch, in dem sich Kletterer eintragen können, befindet, zum erstenmal bestiegen. Geierstein



Kirche:
Zeichnung von Alfons Rohner: Luger Kirche Da die überwiegende Mehrheit der Luger (90% ?) katholisch ist, gibt es im Ort lediglich eine katholische Kirche. Diese ist seit 1470 der fünfte Luger Kirchenbau, erbaut 1926-1929 nach Plänen von Albert Bosslet in Sandstein und schlichtem Stil mit gotisch-spitzbogigen Fenstern und ebensolchem Tonnengewölbe aus Holz im Langhaus. Zu Kriegszwecken wurden 1942 die drei damaligen Glocken eingeschmolzen. Nach dem Krieg, erweiterte man 1967/68 die Luger Kirche; Die Altarausstattung stammt von Prof. Karl-Heinz Deutsch. Im Jahre 1996 schliesslich erfüllte sich die Pfarrgemeinde einen langgehegten Wunsch: Der Speyerer Weihbischof weihte die neue Orgel mit 17 Registern.
Lug ist mit seinem Nachbarort zur Pfarrei Schwanheim/Lug zusammengeschlossen.



Was es zu sehen gibt:
Zum Sporttreiben gibt's um Lug viele Möglichkeiten: so kann man z.B. eines der schön gelegenen Freibäder in Hauenstein, Annweiler oder Dahn besuchen, auf den neu angelegten Radwegen fahren, und natürlich auch Klettern oder Wandern. Ein Wahrzeichen der Urlaubsregion Hauenstein ist hierbei der Teufelstisch - ein bizarrer Tischfelsen.
In der näheren und weiteren Umgebung gibt es zudem viele Dinge, die man besichtigen und erleben kann, wie etwa die alte Reichsburg Trifels über Annweiler, und den Kaiserdom in Speyer. Ebenfalls in Speyer ist das Historische Museum der Pfalz - mit ständig wechselnden Sonderausstellungen - untergebracht, in Hauenstein befindet sich seit kurzem das Deutsche Museum für Schuhfabrikation, und in Nothweiler gibt es eine alte Erzgrube, die zu besichtigen ist.
Lug heute
Viel zu entdecken gibt es auch im nahen Elsass.

An kulturellem Angebot gibt es neben den genannten Museen u.a. noch Gallerien in Landau und Dahn, sowie klassische Konzerte auf dem Trifels (Annweiler), Veranstaltungen in Landau und natürlich die Theater- und Opernhäuser in Karlsruhe, Kaiserslautern und Mannheim, ...

Nähere Infos über die Region, sowie die Adressen der Verkehrsämter in Annweiler und Hauenstein finden sich auch auf der homepage.



Trotz der ruhigen Lage ist Lug problemlos zu erreichen:
Lug früher Mit dem Auto kommt man von Osten her über die A65 nach Landau, von wo aus man (Abfahrt Landau Nord) auf der B10 nach Westen in den Pfälzer-Wald gelangt. Der Weg aus Richtung Westen führt ebenfalls über die B10.
Mit der Bahn kommend benutz man die Queichtalstrecke zwischen Zweibrücken und Landau; die Bahnhöfe Annweiler und Wilgartswiesen liegen jeweils ca. 5km von Lug entfernt.
Einen Überblick können Sie sich am besten auf der Karte der Südpfalz verschaffen.

Weitere Links und Hinweise zur Region und zu öffentlichen Verkehrsmitteln finden sich hier.



Feste und Vereine:
In Lug sind vier vor allem vier Vereine aktiv: Der Pfälzerwaldverein, der neben häufigen Wanderungen und Radtouren auch das Standkonzert am 1. Mai organisiert, Der Sportverein 'ASV' und der Turnverein, die sich, wie die Namen schon sagen, dem Sport widmen und der Gemischte Chor, der u.a. verschiedene Liederabende durchführt.
Ausserdem veranstalten alle vier Vereine zusammen jeweils am letzten Juni-Wochenende das große Luger Dorffest, dass mittlerweile in der ganzen Pfalz bekannt und geschätzt ist.
Termine:




Wirtschaftliche Verhältnisse früher und heute
Die relativ strukturschwache Region Südwestpfalz mit Pirmasens im Zentrum hat seit langem mit überdurchschnittlicher Arbeitslosigkeit zu kämpfen, denn in den engen Wald-Tälern der Grenzregion siedeln sich kaum grosse Industrien an. Vor wenigen Jahrzehnten noch war das ganz anders: der Wasgau war in Sachen Schuhe die Nummer 1 in Deutschland, und Pirmasens war Deutschlands Schuhmetropole (1963 32ooo Beschäftigte - 1987 noch 14ooo). In unserem Nachbarort Hauenstein, wo 1886 die erste Schuhfabrik gegründet wurde, gab es 1958 noch 3014 Beschäftigte in der Schuhindustrie. Wohlgemerkt handelt es
Lug unter dem Friedrichsfels sich hier um ein Dorf von nur wenigen Tausend Einwohnern. Somit waren die Hauensteiner Schuhfabriken für die Bewohner der umliegenden Orte der wichtigste Arbeitgeber. Tag für Tag waren hier Menschen viele Kilometer zu Fuss unterweg an ihren Hauensteiner Arbeitsplatz - im Sommer wie im Winter.
Heute kann man im Ausland billiger produzieren, wobei sich über die Qualität streiten lässt, so dass die überwiegende Mehrzahl der Fabriken schliessen musste, und nahezu alle, die überlebten zumindest teilweise im Ausland mitproduzieren. Von 1961 noch 35 Fabriken gibt es in Hauenstein heute gerade einmal noch drei. Dafür hat man seit 1996 in einem alten Fabrikgebäude das "Deutsche Museum für Schuhfabrikation" untergebracht.
Mit diesem Wandel wurden viele Bürger der Region zu Berufspendlern, die teilweise täglich bis nach Wörth zu Mercedes-Benz, nach Ludwigshafen zur BASF und noch weiter fahren müssen. Auch Landau bietet für manchen Luger einen Arbeitsplatz und besonders wichtig ist die in Annweiler ansässige Kartonagenfabrik Buchmann. Im Lug selbst gibt es die Lugina-Schuhfabrik, sowie eine Schreinerei und kleinere Gewerbe. Ausserdem wird dank der erholsamen Naturlandschaft auch der Fremdenverkehr immer bedeutender.
Von den alten im Pfälzerwald ansässigen Gewerben, wie der Eisenschmelzerei (Schaubergwerk bei Nothweiler), der Köhlerei, Glasbläserei, Pottaschsiederei, odere Holzflösserei zum Holzabtransport, hat heute lediglich noch die Holzwirtschaft ihre Bedeutung. Die Landwirtschaft gelang aufgrund der schlechten, nährsoffarmen Böden hier immer mehr recht als schlecht, und wegen weit verbreiteter Armut und vielleicht auch wegen der Nähe zum "Erzfeind" Frankreich, war die Pfalz im 19.Jh. das klassische Auswanderungsgebiet.
Die Luger Grundschüler müssen seit 1975, als die hiesige Volksschule geschlossen wurde, nach Hauenstein zum Unterricht. Danach wählen die meisten eine der folgenden Möglichkeiten: Die Hauensteiner Hauptschule, oder die Realschule, bzw. das Gymnasium in Annweiler oder Bad Bergzabern; zu allen Schulorten bestehen Busverbindungen.



Feder

Literaturhinweise.

Wanderkarten: Literatur über die Pfalz (Auswahl):
Quellen: Der Pfälzerwald - Portrait einer Landschaft (s.o.), Südpfalz - Klettern im Buntsandstein (Daigger, Udo; Cron, Hans-Jürgen. Karlsruhe 1989)




Informationen zur Geschichte Geschichte der Gemeinde Lug und des Pfälzerwaldes

Pfalzlinks



Der Autor: bild2



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... oder eine kleine Reise durch die Kletterregion Südpfalz



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creation date: August 1997
last modified: 25.10.2006