L'Institut de Mécanique des Fluides de Toulouse (IMFT)

Die Strömungsmechanik - das Aufgabenfeld des IMFT - könnte man als Schnittstelle zwischen der Physik und den Ingenieurwissenschaften bezeichnen,
da das Thema sehr von physikalisch-mathematicher Seite her behandelt werden muss, die Ergebnisse jedoch in der Technik eine
breite Anwendung finden; es sei z.B. auf Rohrströmungen in der chemischen Industrie, oder die Flugzeugindustrie hingewiesen.
Das Institut ist eine gemeinsame Forschungseinrichtung der 'Ecole Nationale Supérieure d'Electronique, d'Electrotechnique,
d'Informatique et d'Hydraulique de Toulouse'
(INP-ENSEEIHT),
der 'Université Paul Sabatier' (UPS) und
des 'Centre National de la Recherche Scientifique' (CNRS).
Im Rahmen dieser Zugehörigkeit gehört neben der Forschung auch die Ingenieurausbildung und der Technologietransfer,
sowie die regionale, nationale und internationale Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen, Unternehmen, Universitäten und
Forschungseinrichtungen zum Aufgabenbereicht des IMFT. Am Institut sind 184 Personen beschäftigt (Januar 1997).
1913 beginnen am Institut für Elektrotechnik und angewandte Mechanik die ersten Untersuchungen von Strömungen in
Toulouse. 1920 wird auf einer Insel in der Garonne das Labor für hydraulische Forschung gegründet;
erste Strömungskanäle (Wasserkanäle) entstehen noch im Freien. 1936 beginnt mit dem Bau eines grossen Windkanals
- die Höhe entspricht 2-3 Etagen - das Engagement des Labors in der Aerodynamik. Dieses Anlage gehört heute zum
nationalen Erbe historischer Bauten.
In den 50er Jahren entstehen am Labor neue Ausbildungsgänge für Ingenieure in der Hydraulik, die bis zum Beginn der 70er
Jahre auch der Forschungsschwerpunkt bleibt. 1965 wird das Labor als fünftes ins Centre National de la Recherche Scientifique
(CNRS) aufgenommen.
In dieser Zeit beginnen am IMFT, nachdem die ersten Computer auf den Markt gekommen sind, numerischen Strömungssimulationen,
die durch neue Techniken thermischer Anemometrie (Geschwindigkeitsmessung) experimentell abgeglichen werden. Auch heute noch
aktuelle Themen, wie die Turbulenzmodellierung, rücken in den Blickpunkt. Im Lauf der 80er Jahre, kommen schliesslich weitere
Themen, wie die Untersuchung zweiphasiger Strömungen und Strömungen im Zusammenhang mit Verbrennungen, hinzu.
Das Institut gliedert sich in fünf Forschungsgruppen:
- Ecoulements monophasiques transitionnels et turbulents (EMT2)
Schwerpunkte Turbulenz, Chaos und Instabilität im Bereich der Aerodynamik, Raumfahrt, Transport, Energie und
Verfahrenstechnik
- Groupe d'Etude sur les Milieux Poreux (GEMP)
Strömungen in poröser Umgebung, vor allem in der Umwelt- und Energietechnik
- Ecoulements et Combustion (EEC)
Strömungen mit chemischen Reaktionen und Verbrennungen - Schwerpunkt Automobiltechnik/Kolbenmotoren
- die Gruppe INTERFACE
zweiphasige Strömungen, vor allem Gas-Flüssigkeitsgemische in der Energie- und Verfahrenstechnik
- Hydrodynamique de l'Environnement (HYDRE)
Freiflächenströmungen in natürlichen Umgebungen, wie z.B. Wasserströmungen von Flüssen
oder an den Küsten.
Ich beschaeftige mich im Rahmen meiner Studienarbeit in der Gruppe EMT2 mit Windkanalexperimenten
zur Überlagerung von Longitudinalwirbeln und der Temperaturgrenzschicht einer ebenen Platte.
© by Jürgen Glaser, University of Kaiserslautern
Creation Date: 28.12.1999
Last modified: 28.12.1999